Über 3000 Jahre alt und doch sehr modern

Drei- bis Viertausend Jahre alt sind die ersten Zeugnisse über Akupunkturbehandlungen. In den letzten Jahrhunderten erfährt diese asiatische Heilmethode eine erstaunliche Wiederentdeckung und weltweite Verbreitung. Die Akupunkturlehre ist Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Die Akupunktur basiert auf einer eigenen Krankheitslehre mit den Grundprinzipien Yin und Yang und der Fünf-Elemente-Lehre.

Das zugrundeliegende Modell nach der Krankheitslehre der TCM sind Energieleitbahnen (Meridiane), die den Körper überziehen und in denen Lebens- und Organenergie fließt. Die eingestochene Nadel am Akupunkturpunkt setzt einen Reiz und soll den ungehinderten Energiefluss in den Meridianen fördern. Ziel der Therapie im Sinne der TCM ist es, den Patienten in ein energetisches Gleichgewicht zu bringen.

In der chinesischen Diagnostik wird der Mensch in seiner Gesamtheit und in seinem vegetativen Regulationszustand erfasst. Puls- und Zungendiagnostik und der Einfluss sogenannter krankmachender Faktoren werden berücksichtigt.


Folgende Methoden werden in der Praxis angewendet:

  • Körperakupunktur
  • klassische Form der Akupunktur, Einstechen von Nadeln in Punkte auf den Meridianen (Energieleitbahnen)
  • Elektroakupunktur – Verstärkung des Nadelreizes durch elektrische Stimulation
  • Laserpunktur – statt mit der Nadel wird der Akupunkturpunkt mit einem Softlaser gereizt. Anwendung bei Kindern und sehr nadelängstlichen Patienten
  • Moxibustion – Wärmen der Nadel durch Abbrennen von Moxakraut
  • Ohrakupunktur – Am Ohr werden auch Dauernadeln oder Ohrkügelchen verwendet, die bis zu 10 Tage verbleiben
  • Schädelakupunktur nach Yamamoto – Spezielles Akupunkturverfahren, das auf den Japaner Toshikatsu Yamamoto zurückgeht. Behandelt wird an der Stirn und in der Nähe des Ohres
  • Schröpfen – Die aufgesetzten Schröpfköpfe erzeugen eine Sogwirkung. Dadurch sollen Stoffwechselvorgänge und Durchblutung angeregt werden
  • Shonishin (Japanische Kinderakupunktur)


Ist Akupunktur bei Kindern möglich?

In China werden ganz selbstverständlich auch Kinder und Tiere genadelt. Für uns schwer vorstellbar – deshalb gibt es Alternativen:

  • Laserpunktur
  • Akupressur (auch Behandlung durch die Eltern möglich)
  • Meridianmassagen
  • Kugelpflaster

Vielleicht sind unsere Kinder auch mutiger, als wir denken. Sie reagieren meist leichter und schneller als Erwachsene auf die gesetzten Reize.


Ablauf der Behandlung

  • Erstkontakt: ausführliches Gespräch über Beschwerden und Krankheitsgeschichte einschließlich Einordnung nach den Kriterien der Chinesischen Medizin, sorgfältige körperliche Untersuchung, Pulsdiagnostik, Zungendiagnostik (Dauer bis zu 55 min)
  • Erstellung eines individuellen Behandlungskonzeptes, das während der Behandlungsserie weiter angepasst wird
  • Eine Akupunkturserie umfasst im Regelfall 10 Sitzungen 1-2x pro Woche. Bei akuten Erkrankungen sind evt. auch 6 Behandlungen ausreichend. Mitunter können aber auch mehr als 10 Sitzungen erforderlich sein.
  • Eine Akupunktursitzung dauert 20-25 min. Sie sollten mit etwas Zeit und Ruhe zur Behandlung kommen, entspannt liegen können und nicht lesen. Optimal ist ein kleine Nachruhe. Es kann sein, dass Sie etwas müde werden.
    Das Einstechen der ca. 10-15 Nadeln ist kaum spürbar. Das sog. De Qi-Gefühl sollten Sie allerdings verspüren, wenn die Nadel den Punkt erreicht. Es wird als dumpf-ziehende Nervensensation beschrieben. Ein Strömungs- und Wärmegefühl ist ebenfalls typisch.
  • Die zuvor mitunter vorhandene Furcht vor dem Einstechen von Nadel ist nach der ersten Behandlung meist ausgeräumt. Alternativ kann bei Kindern und sehr nadelängstlichen Patienten der Laser verwendet werden.